Erfrischende Lektüre für heiße Sommertage

Empfehlungen aus der Gastl-Genossenschaft für den Sommerurlaub  – und die Tage davor und die Tage danach

Ewald Arenz: Der große Sommer (Dumont)

Der Roman über eine Jugend 1979 und einen Sommer, der vieles verändert. Während der Rest der Familie in den Urlaub fährt, muss Frieder zu Hause bleiben bei den Großeltern, um für eine Nachprüfung in Mathe und Latein zu pauken. Er erlebt mit Beate, dem Mädchen im flaschengrünen Badeanzug, seine erste Liebe, in der Clique mit Alma und Johann Freundschaft, Abstürze, Krisen und Todesnähe und erfährt an seinem strengen und unnahbaren Großvater überraschende Seiten. Nach diesem Sommer ist Frieder ein anderer geworden und um tiefgreifende Erfahrungen reicher. Eine schöne Sommerlektüre, klug und warmherzig erzählt mit Witz und Melancholie.

Andrea Abreu: So forsch, so furchtlos (Kiepenheuer & Witsch

Bei diesem Debütroman des 25-jährigen spanischen Shootingstars muss man sich auf einiges gefasst machen. Wie der Titel so der Stil: unverblümt, direkt und schamlos erzählt Andrea Abreu von zwei pubertierenden Mädchen auf Teneriffa, die der Langeweile und Lieblosigkeit ihres abgelegenen Heimatdorfes zu entwachsen versuchen. Homoerotisch aufeinander bezogen, entfremden sie sich durch erwachende Lust, sexuelle Erlebnisse und den Umgang mit ihrem sich verändernden Körper.

Jane Gardam: Mädchen auf den Felsen (Hanser)

Mit herrlicher Ironie erzählt Jane Gardam (bekannt durch die sehr lesenswerte Trilogie „Ein untadeliger Mann“, „Eine treue Frau“ und „Letzte Freunde“) von einem Sommer, in dem das neue Hausmädchen Lydia – freizügig, ein wenig ordinär und lebenshungrig –  das Leben der bigotten Familie Marsh und der kleinen Margaret gründlich durcheinanderwirbelt.

Benjamin Myers: Offene See (Dumont)

Der junge Robert liebt Natur und Bewegung, sehnt sich nach der Weite des Meeres und beschließt kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, sich zum Ort seiner Sehnsucht, der offenen See, aufzumachen. Auf dem Weg dorthin lernt er die ungewöhnliche ältere Frau kennen. Dulcie: unverheiratet, alleinlebend, unkonventionell, mit sehr klaren und für ihn unerhörten Ansichten zu Ehe, Familie und Religion. Aus dem Nachmittag wird ein längerer Aufenthalt, und Robert lernt eine ihm vollkommen unbekannte Welt kennen.

Janina Hecht In diesem Sommern (C.H.Beck)

Janina Hecht erzählt von schönen und schrecklichen Tagen, von Ausbruch und Befreiung und vom Versuch, sich im Erinnern dem eigenen Leben zu stellen. „In diesen Sommern“ ist die Geschichte einer Familie auf der unentwegt gefährdeten Suche nach einem stillen Glück. Die unbeschwerten Momente der Erinnerung werden immer wieder eingetrübt von Augenblicken der Zerrüttung, von Gefühlen der Hilflosigkeit und Angst. Da schwelt etwas Unausgesprochenes in dieser Familie – alle scheinen machtlos den Launen des Vaters ausgeliefert zu sein, Situationen beginnen gefährlich zu entgleisen.

Per Olov Enquist: Großvater und die Wölfe (dtv 62226)

Ein schwedischer Klassiker der Kinderliteratur im Stil von Astrid Lindgren, geschrieben von einem der wichtigsten schwedischen Autoren der Gegenwart: Eine Expedition auf den Berg der drei Höhlen, spannend und mit viel Gefühl erzählt, wie man die Ängste von Kindern ernst nehmen und sie bewältigen kann. Denn mitten in der Nacht wird die kleine Mina von einem Krokodil in den Po gebissen …

Philip Kerr: Die Berlin Trilogie (rororo)

Eine sehr genau recherchierte und trotzdem ungemein spannende Lektüre um den Privatdetektiv Bernie Gunther. Kerr gelingt es, die schmutzig-düstere Atmosphäre des Dritten Reichs und der Berliner Nachkriegszeit in der Form eines mitreißenden Kriminalromans heraufzubeschwören.

Jens Henrik Jensen: Oxen / Das erste Opfer / Der dunkle Mann / Gefrorene Flammen (dtv)

Eine Serie mit Suchtpotenzial. Nils Oxen, ein schwer traumatisierter Elitesoldat versucht, seinen inneren Dämonen in der Einsamkeit der dänischen Wälder zu entkommen…

Michael Robotham. Wenn du mir gehörst (Goldmann TB)

Der jungen Polizistin Phil McCarthy steht eine große Karriere bevor – bis sie zu einem Fall häuslicher Gewalt gerufen wird. Der Täter ist ein hochdekorierter Detektiv. Nach der Buchreihe um den Polizeipsychologen Cyrus Haven ein neuer Plot, in dem es um Mobbing in der Londoner Polizei geht,

Regina Stürikow: Kommissar Gennat und der Anschlag auf den Orientexpress. Kriminalroman (Elsengold Verlag Berlin 2021)

Ernst Gennat (1880–1939), preußischer Kriminalbeamter der Mordkommission im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und im Drittem Reich war prägend für die kriminalistische Genauigkeit bei der Untersuchung des Tatorts (Spurensicherung) und bei der Auswertung der Funde (Labortechnik). Die Autorin beschreibt zwei Eisenbahnattentate, die am 8. August 1931 bei Jüterbog den Schnellzug Basel-Berlin durch ein Bombe entgleisen ließ und den Anschlag auf den Orientexpress Budapest-Wien am 13. September bei Biatorbágy. Kommissar Gennat erkannte einen Zusammenhang beider Taten und schaffte es, die verschiedenen Fäden zusammenzuführen und schließlich den Attentäter in Wien zu verhaften. Da die polizeilichen Unterlagen wie auch die Zeitungsberichte erhalten sind, konnte die Autorin akribisch den Tathergang und den Täter beschreiben und mit Einfügung eines fiktiven Journalisten den politischen und gesellschaftlichen Hintergrund der Zeit ausleuchten.


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